Die Lootbox – Legales Glücksspiel in Online Games!?

Heute möchten wir ein aktuelles Thema aufgreifen, über das in letzter Zeit viel diskutiert wurde – meistens allerdings im negativen Rahmen. Es geht um Lootboxen, oder auch Belohnungskisten, die es vor allem in Online Spielen gibt. Diese kannst du gegen einen Betrag öffnen und darin je nach Spielgenre hilfreiche, aber gleichzeitig zufällige Gegenstände wie Waffen, Tränke, Kleidung oder einfach lustige Charakter-Gimmicks und ungewöhnliche Accessoires.

Dabei ist nun eine bestimmte Frage in den Fokus gerückt. Beginnen wir mit einem offensichtlichen Beispiel. Wenn ich in einem Casino online spiele, dann weiß ich, dass ich mein Geld einsetze und dafür gewinnen, aber auch verlieren kann. Ich kenne den Ausgang des Spiels vorher aber nicht. Bei einer Lootbox ist es vom Grundsatz ähnlich, meinen Kritiker, die gegen die Kisten vorgehen und diese in einigen europäischen Ländern wie Belgien schon verbieten konnten. Ihrer Meinung nach handelt es sich um Glücksspiel, weil man sein Geld einsetzt, aber nicht genau weiß, welche zufälligen Objekte sich in der Truhe befinden.

Streitfrage nach Glücksspiel-Charakter im Spiel

Die Diskussion, die mittlerweile entbrannt ist, hat also die Kernfrage zum Thema, ob es sich bei den Lootboxen um Glücksspiel handelt. Während wir gerade Belgien angesprochen haben oder auch China als Beispiel für ein Land nennen können, das Lootboxen besonders kritisch unter die Lupe nimmt, gibt es natürlich auch Vertreter der anderen Position. Und wir tendieren auch eher in diese Richtung.

Als echtes Glücksspiel würden wir die Kisten nicht unbedingt bezeichnen, vor allem nicht als illegales Glücksspiel. Denn es gibt doch schon einen deutlichen Unterschied, wie man an das Ganze herangeht. In einem (Online) Casino investiere ich mein Geld direkt und sehe sofort, ob ich es verloren oder vermehrt habe. Beim Verlust neigt man dazu, direkt sein Konto aufzuladen und weiterzumachen, um das Geld wieder reinzuholen. Hier setzt ja auch der gefährliche Suchtfaktor ein.

Süchtig nach Belohnungskisten?

Doch wie soll das denn bei einer Lootbox funktionieren? Schließlich würde kein Gamer, den wir kennen, nach dem Fund einer Lootbox ein neues Spiel beginnen, um die Box ein zweites Mal zu öffnen. Dann wären in vielen Fällen ja auch die Objekte verschwunden. Das Suchtproblem ist in dieser Hinsicht nicht wirklich ausgeprägt. Man kann schließlich nicht unendlich viele Lootboxen hintereinander aufmachen. Erstmal gibt es gar nicht so viele, und zweitens müssen diese erst gefunden werden. Hier spielt also eher der Belohnungs-Faktor eine Rolle.

Wenn es aber darum geht, was sich in den Truhen befindet, kann man durchaus den Begriff des “Glücksspiels” benutzen, denn man kennt den Inhalt nicht und muss auf “gut Glück” hoffen, dass dort etwas Nützliches drin ist, anstatt lediglich Spaß-Objekte für den Spielcharakter. Man könnte also vielleicht von einer schwachen Variante legalen Glücksspiels reden, wenn man unbedingt wollte.

Auch bei uns in Deutschland hält die Diskussion noch an. Europaweit wird ebenfalls an einer Regelung gearbeitet, sodass wir dich sicher auf dem Laufenden halten werden, sollte sich womöglich ein gesetzliches Verbot ergeben, dass Lootboxen in Online Games künftig den Garaus machen könnte. Wir verfolgen die Streitfrage gespannt weiter.

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